08.11.2021 / Vorstösse / Umwelt und Energie /

Förderung von auf Wasserstoff basierenden, dezentralen Notstromanlagen, als Beitrag zur Stromversorgungssicherheit

Postulat der Fraktion Die Mitte, Sprecher Andreas Meier, Klingnau, vom 9. November 2021 betreffend Förderung von auf Wasserstoff basierenden, dezentralen Notstromanlagen, als Beitrag zur Stromversorgungssicherheit.

Text:
Zur Sicherstellung der Stromversorgung bei einer Storm-Mangellage bittet die Fraktion Die Mitte die Regierung um Prüfung und Bericht, ob zu nachfolgenden zwei Punkten Massnahmen getroffen und dem Grossen Rat vorgelegt werden sollten.

  1. Erstellen eines neu angepassten Plans für eine Strom-Mangellage.
  2. Unterstützung der AEW, Netzbetreiber und Kraftwerke beim Bau von dezentralen, auf Wasserstoff basierenden, Notstromanlagen.

Begründung:
Laut einem Bericht zur Versorgungssicherheit mit Strom könnte der Schweiz ab 2025 im schlimmsten Fall zu wenig Strom zur Verfügung stehen. Wirtschaftsminister Guy Parmelin und die Organisation für Stromversorgung in außerordentlichen Lagen (Ostral) rufen im Rahmen einer Kampagne Unternehmen auf, sich auf eine allfällige Strom-Mangellage vorzubereiten. Ein Informationsbrief wurde an die rund 30’000 Strom-Grossverbraucher vom Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) verschickt. Ziel ist es in einer Strom-Mangellage «rollierende Netzabschaltungen so lange wie möglich zu verhindern». Mit einer Revision des Energie- und des Stromversorgungsgesetzes will der Bundesrat die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien erhöhen. Die Botschaft hat er im Sommer dem Parlament übergeben.

Der Verband Powerloop schlägt nun vor, dass rund 2000 kleinere Gaskraftwerkte als Notstromanlagen dezentral über das ganze Land verteilt bis 2050 zu insgesamt 3,4 Milliarden Franken erstellt werden sollen. Die Stromkunden würden gemäss Konzept mit jeder Rechnung einen Zuschlag bezahlen, der in den Ausbau der Klein-Kraftwerke gesteckt wird.

Das Verbrennen von fossilen Energieträgern ist aus ökologischer Sicht heute keine Option mehr und die Verfügbarkeit von Biogas zu knapp.

Mit zunehmender Stromproduktion aus Photovoltaik wird es zwingend diesen zu Speichern. Hierfür eignet sich die Elektrolyse von Wasserstoff. Auch die AXPO nennt die Förderung der Wasserstofftechnologie in ihrer Strategie.

Notstromanlagen auf der Basis der Brennstoffzellentechnologie, oder auch durch Wasserstoffmotoren, dezentral über den Kanton verteilt können in einer Strommangellage zugeschaltet werden und eine rollierende Netzabschaltung verhindert werden. Der Kanton Aargau steigert dadurch die Standortattraktivität für Firmen und schafft eine Möglichkeit zur Netzstabilität und besseren Verwendung des Stroms aus PV-Anlagen.

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