08.11.2021 / Artikel / /

Aargau hat keine Lobby bei Machern der Zugfahrpläne

Bern, 28. September 2021, 23:02 Uhr

Der Zug fährt ab nach Olten mit dem Ziel Buchs AG. Normalerweise bin ich 0:15 zu Hause. Ich komme nach einem sehr guten und spannenden Hockeymatch von Freiburg und habe nach dem Sieg Hochgefühle. Aus dem Lautsprecher kommt die Meldung: „Wegen Bauarbeiten auf der Neubaustreckte wird der Zug über Burgdorf umgeleitet und kommt 15 Minuten verspätet in Olten an. Wegen Sicherstellung von Anschlüssen hält der Zug nach Zürich ausserordentlich in Zürich Stadelhofen. Für ihre Anschlüsse in Olten orientieren sie sich am Onlinefahrplan.“ Ich versuche es, aber ich komme nach dem Fahrplan pünktlich in Olten an und meine Anschlüsse sind sichergestellt. Ich frage den Zugbegleiter und mache ihn aufmerksam, dass die Anschlüsse so sicher nicht sichergestellt sind. Er meint trocken: „In Olten gibt es Infos über die Lautsprecher.“ Meine Frage, wieso der Zug in Zürich Stadelhofen hält und nicht in Aarau antwortet er: „Wir müssen die Anschlüsse in Zürich sicherstellen.“ Meine Bemerkung, dass ich nun mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr nach Hause komme, sondern ein Taxi brauche, quittiert er: „Ich mache die Fahrpläne nicht. Gehen Sie morgen an einen Schalter.“

Ich fahre die Strecke um diese Zeit regelmässig und weiss, dass vier Züge mit Halt im Aargau in der Zeitspanne von 23:30 bis 23:40 in Olten abfahren. Wie erwartet hat keiner dieser Züge den Anschluss bei der Ankunft um 23.45 abgewartet. Es ist ja nicht das erst Mal, dass ich das erlebe. Der nächste Zug Richtung Aarau fährt um Uhr 0:16 und ich strande in Aarau am Bahnhof. Mir bleibt einzig das Taxi um nach Hause zu kommen. Ich bin stinkesauer, denn wer versteht schon, dass der Schnellzug zusätzlich in Zürich Stadelhofen anhalten kann, in Aarau oder Lenzburg nicht. Der Aargau hat wohl keine Lobby bei den Fahrplanmachern.

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