16.03.2021 / Vorstösse / /

Perspektiven nach der Coronapandemie für Grossveranstaltungen ab dem Sommer

Interpellation vom 16. März 2021 der Fraktion Die Mitte, (Sprecher Ralf Bucher, Mühlau) be-züglich Perspektiven nach der Coronapandemie für Grossveranstaltungen ab dem Sommer.

Text und Begründung:
Praktisch sämtliche Grossveranstaltungen wie Messen, Konzerte, Ausstellungen, Sportveranstaltun-gen und weitere Events konnten seit dem letzten Frühling nicht mehr durchgeführt werden. Viele Anlässe wurden auf dieses Jahr verschoben und brauchen jetzt Planungssicherheit. Gerade Gross-veranstaltungen brauchen einen gewissen Vorlauf, um diese durchzuführen und für viele ist es schwierig im Moment zu planen, da ungewiss ist, wie lange und welche Restriktionen aufgrund der Coronapandemie noch gelten. Auch sämtliche weiteren betroffenen Unternehmungen brauchen Per-spektiven, um wieder sicheren Tritt fassen zu können.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor stellt die mögliche Aufteilung oder Abweisung von Besuchern der Veranstaltung aufgrund ihrem Status «Geimpft», «Negativ-Test» oder «Antikörper-positiv» dar. Soll auf ein derartiges Schutzkonzept hingearbeitet werden oder nicht?
Aktuell deutet alles darauf hin, dass davon ausgegangen werden kann, dass im Juni alle Risikogrup-pen und im Weiteren ein grosser Teil der Bevölkerung geimpft sind. Das würde unter anderem bedeuten, dass kaum mehr eine Überlastung des Gesundheitswesens eintreten könnte, da ja die Risi-kogruppen nicht mehr erkranken oder zumindest keine schweren Krankheitsverläufe haben. Das gleiche gilt für die Nichtrisikogruppen, die sich bis dahin noch nicht impfen wollten oder noch nicht impfen konnten. Auch dort ist aufgrund der bisherigen Erfahrungen nicht davon auszugehen, dass überproportional viele Personen mit schweren Verläufen in einem Spital behandelt werden müssten.

Bleibt höchstens noch die Angst, dass die Impfung zu wenig zuverlässig wirkt oder neue Mutationen auftauchen, gegen welche die Impfung zu wenig wirksam ist oder weitere Personenkreise schwerere Krankheitsverläufe verzeichnen. Dadurch würde sich der Kreis der Risikogruppen ausdehnen. Schlussendlich bleibt dieses Risiko aber immer bestehen.

Aus diesen Gründen kommt der Interpellant zum Schluss, dass sämtliche Einschränkungen aufge-hoben werden können, sobald die Risikogruppen und ein Teil der Bevölkerung geimpft sind. Weil dies im Juni der Fall sein sollte, können sämtliche Grossveranstaltungen spätestens im Juli ohne Schutzkonzept und Einschränkungen durchgeführt werden. Im Weiteren müsste als Ergänzung dazu verschiedenen Möglichkeiten des Testens geprüft werden.

Allenfalls wurden gewisse Punkte nicht beachtet, weshalb der Interpellant hiermit dem Regierungsrat folgende Fragen stellt:

  1. Erachtet es der Regierungsrat auch für wichtig, den Grossveranstaltern klare Perspektiven mit verbindlichen Daten aufzuzeigen?
  2. Wieviel Prozent der Bevölkerung sollte geimpft sein, damit Schutzkonzepte wieder aufgeho-ben werden können?
  3. Erachtet es der Regierungsrat auch für richtig, dass die Einschränkungen und Schutzmass-nahmen aufgehoben werden können, wenn die Risikogruppen und ein Teil der Bevölkerung geimpft sind?
  4. Wenn ja, wird sich der Regierungsrat beim Bundesrat dafür stark machen?
  5. Prüft der Regierungsrat neben der Durchimpfung der Bevölkerung zusätzlich den unkompli-zierten Zugang zu Schnelltests und setzt sich dafür ein, dass diese Tests von allen, die dies wünschen, genutzt werden können?
  6. Wie geht der Regierungsrat mit den verschiedenen Forderungen zum Testen vor und wird dazu in Kürze eine Regelung erstellt?

Kontakt

  • Ralf Bucher

    Grossrat, Fraktionsvorstand, Parteivorstand Die Mitte Aargau, Vizepräsident CVP Bezirk Muri, Präsident beratende Kommission Reusstal (BKR), Stiftungsrat Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Vorstand Regionalplanungsverband Oberes Freiamt

    ralf.bucher@grossrat.ag.ch
    Mobile: 078 771 53 26