10.11.2017 / Vorstösse / Bildung /

Standortanforderungen für einen Oberstufenstandort

Interpellation Andreas Meier, CVP, Klingnau, vom 7. November 2017 betreffend Standortanforderungen für einen Oberstufenstandort

Text und Begründung:
Die Umstellung der Oberstufe auf das System sechs Jahre Primarschule und 3 Jahre Sekundarschule I verringert die Anzahl Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I um 1/4. Gleichzeitig fordert der Regierungsrat für jede Bezirksschule zwei Abteilungen mit mindestens 18 Lernenden. Dies führt zu einer Reduktion der Bezirks- und SekReal-Schulstandorte. Die aktuell diskutierte Verkürzung der Schuldauer bis zur Matura könnte einen weiteren Abbau der Standorte bedeuten. Die Bürger in betroffenen Gemeinden empfinden den Wegfall der Bezirksschule und der Real- und Sekundarschule als Verlust ihrer Standortqualität. Im politischen Prozess zur Bestimmung neuer Bezirks- und Oberstufenstandorte wird offensichtlich Standortwettbewerb betrieben, zu Ungunsten der Ausbildungsqualität und der Effizienz.

Aus pädagogischer Sicht und gemäss Studie der Genfer Universität, scheint erwiesen, dass ein Sekundarstufenzentrum mit allen drei Leistungszügen Bez., Sek. und Real unter einem Dach die bessere Lösung ist, als verteilte Standorte für die einzelnen Leistungszüge der Oberstufe. Volle Pensen für die Lehrpersonen in allen Fächern, optimierte Klassenbildung, grösseres Angebot an Freifächern, ausgeglichener gestaltete Stundenpläne, gezieltere Verkehrsinfrastruktur wirken sich positiv auf die Kosteneffizienz aus und namentlich auch die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts sprechen für solche Zentren.

Es ist für die kommunalen Behörden – Gemeinderat und Schulpflege – hilfreich, wenn der Regierungsrat Kriterien im Sinne eines Anforderungskataloges festlegt und damit den politischen Prozess zur Standortfindung versachlicht.

Wir fragen den Regierungsrat:

  1. Welche Standortanforderungen gelten für die Sekudarstufen-I, Bezirks-, SeRealschule?
  2. Welche Entwicklungsmöglichkeiten sind für jeden Schulstandort wesentlich?
  3. Welche Zukunftsszenarien verfolgt der Regierungsrat für die Schulen der Sekundarstufe?
  4. Soll beim Szenario einer Reduktion der Schuljahre bis zur Matura bei der Bezirksschul-Zeit gekürzt werden?
  5. Will die Regierung bei der Standortwahl eine Stellungnahme und Empfehlung abgeben?
  6. Müsste in solchen Evaluationsprozessen nicht die REPLA den Lead übernehmen, um die Koordination sämtlicher regionalen Interessen und Bestrebungen zu gewährleisten?