16.05.2017 / Artikel / Wirtschaft und Finanzen /

Geschäft 17.36 Hightech Aargau – Weiterführung Verpflichtungskredit

Voten von Edith Saner, Birmenstorf und von Andreas Meier, Klingnau

Votum Andreas Meier

«Hightech Aargau» ist der einzige Aufwand, den sich unser Kanton zur Förderung einer innovativen Wirtschaft leistet. Dabei loben wir uns als schweizweit bedeutender Standort für Unternehmen in der Spitzen-technologie.

Wir wollen dies nicht nur in unserer Werbung lesen, diese Aussage muss auch war sein und bleiben!

Die Kritik, dass das Angebot von Hightech-Aargau noch zu wenig genutzt wird, stimmt teilweise.  Das heisst aber nicht, dass es dieses Angebot nicht braucht, sondern vielmehr, dass es noch besser an die Unternehmen herangeführt werden muss! Gemäss Statistik sind die Hälfte unserer Betriebe kleinere und standorttreue KMU-Betriebe wie ich selber einen leite. Der Zugang zu Hightech muss für uns Unternehmer möglichst niederschwellig sein, wir müssen wohl immer wieder auf das Angebot aufmerksam gemacht werden.

Mit dem Kürzungsvorschlag von 2.25 Mio ziehen wir dem Projekt den Kommunikationsstecker, es verliert die nötige Wahrnehmung. Eine Budgetkürzung wird zum sichtbaren Beweis, dass wir selber nicht ganz an unsere Werbeabteilung glauben – für Investoren ist das kein positives Signal, es schadet dem Standortimage. Durch daraus resultierende Minderinvestitionen können uns Profite in weit höherem Masse entgehen.

Die Kürzung im Bereich Kommunikation und Veranstaltungen, wie es die Kommission beschlossen hat, dürfen wir aus besagten Gründen nicht hinnehmen. Ebenso die Kürzung für die Arealentwicklung. Es macht Sinn, dass dafür der Lead bei Hightech Aargau liegt und der Aufwand hier anfällt.

Lehnen Sie diese Kürzung ab und signalisieren Sie damit, dass Ihnen der eingeschlagene Weg in der Wirtschaftspolitik sehr wichtig ist und für einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort daran nicht gerüttelt werden darf.

Votum Edith Saner

Die CVP wird auf das Geschäft aus folgenden Gründen eintreten:

  • Technologie und Industrie gehören eindeutig zur Identität des Aargaus wie die Flusslandschaften, Schlösser und Burgen. Und dies muss mit der Investition in Hightech weiterentwickelt und gefördert werden.
  • Der Kanton Aargau ist über die Schweizer Grenze aus bekannt mit seinen Hightechleistungen. Trotzdem belegt unser Kanton im Bereich Innovation innerhalb aller Kantone nur den achten Platz. Ein Resultat, das zu denken gibt.
  • Die Regierung, der Grosse Rat und die Kommunalpolitiker haben seit Jahren diesen zukunftsrichtenden Bereich Hightech entdeckt und sich in verschiedenen Strategien darauf abgestützt und entsprechend Support gegeben: Energieproduktion, Energieverteilung, Spezialitätenchemie, Robotik, Medizintechnik und vieles mehr sind im Aargau nicht mehr wegzudenken.
  • Die Fraktion CVP schätzt diese Weitsicht und unterstützt gerade in der heutigen Zeit, wo die Steuereinnahmen von juristischen Personen einbrechen, die Weiterführung von Hightech Aargau. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass man in Zeiten, wo gespart werden muss, – klugerweise in etwas investiert, das Entwicklungspotenzial hat.

Weshalb braucht es aus unserer Sicht die Weiterführung von Hightech Aargau?

  • Wir alle wissen es: Das Bruttosozialprodukt (BIP) wächst im Kanton Aargau unterdurchschnittlich. Im Bereich Innovation ist ein grosser Rückstand zu verzeichnen und der Ressourcenindex hat sich negativ entwickelt.
  • Der Kanton Aargau hat bereits jetzt sehr viel zu bieten im Bereich Technik/Energielandschaft und eigener Fachhochschule. Die Digitalisierung und Industrie 4.0 bringt gerade auch in diesen Bereichen grosse Veränderungen, die dringend in eine Zukunftsplanung gehören.
  • KMU und Gewerbe sind im Kanton Aargau im Vergleich zu internationalen Firmen schlecht auf diese Entwicklungen vorbereitet, da ihnen häufig die zeitlichen und fachlichen Ressourcen fehlen. Dazu kommt, dass viele KMU`s in den kommenden Jahren in der Nachfolgeregelung gefordert sind, – und in dieser Phase kaum Ressourcen haben, sich mit neuen Technologien und entsprechenden Projekten zu befasssen.
  • Die CVP ist überzeugt, dass es sich auf die Jahre hinaus lohnt, in die KMU zu investieren. Diese Unternehmen haben eine Standorttreue, sind auf gemeindeebene standortgebunden, schaffen vor Ort Arbeitsplätze und können es sich nicht leisten, in Billigländern zu produzieren. Deshalb machen wir uns stark für die KMU und deren Vernetzung mit den Fachhochschulen und grossen Firmen.
  • Die CVP ist überzeugt, dass es dort neue Jobs gibt, wo Entwicklung und Innovation möglich ist. Das HTZ z.B. hilft interessierten KMU mit Innovationsberatung und vernetzt diese mit den richtigen Partnern an den Hochschulen (das gibt übrigens auch wieder Aufträge für die Hochschulen). Öffentliche Fördergelder können dadurch richtig eingesetzt werden.
  • Im 2016 sind 4.8 Mio Fördergelder in den Aargau geflossen. Das HTZ hat davon mit 1 Mio 43 Machbarkeitsstudien finanziert. Bei all diesen Projekten beteiligen sich die Unternehmen mit Eigenleistungen. 84% der KMU geben an (davon 100 Antworten aus 2015 und 2016), dass sie einen direkten Nutzen aus Projekten des HTZ ziehen können und 23 Firmen haben im 2016 mitgeteilt, dass sie einen Umsatzzuwachs erwarten und schätzen mit einem Mehrwert von 43 Mio pro Jahr.

Die CVP  anerkennt all diese Leistungen und Resultate  und erkennt die Herausforderungen der Gegenwart und will gezielt in die Zukunft investieren. Sie unterstützt den Kredit von 27.60 Mio.