16.02.2015 / Medienmitteilungen JCVP / /

Die nasse Lunte der Feuerwerksinitiative

Am 8. März 2015 kommen zwei kantonale Vorlagen zur Abstimmung. Eine davon ist die Initiative „zum Schutz von Menschen, Tieren und Umwelt vor privatem Feuerwerk“. Die JCVP AG hat bereits die NEIN-Parole dazu gefasst und dies aus guten Gründen. Nebst traditionsbezogenen und liberalen Gründen sind insbesondere drei umweltbedingte Probleme hervorzuheben, welche die vorliegende Initiative nicht ansatzweise löst.

Eingriff in die Privatsphäre
In der Schweiz ist es seit jeher Tradition, am Nationalfeiertag private Feuerwerke abzufeuern. Es ist Ausdruck des Stolzes, Schweizer zu sein. Mit Annahme der Initiative würde am Nationalfeiertag das Abfeuern von privatem Feuerwerk lediglich noch in einem bestimmten Zeitraum möglich sein. Und dies stellt für die JCVP AG einen Eingriff in die Privatsphäre des Einzelnen dar und beschneidet zudem die Handlungsfreiheit. Auch wird durch das Verbot von gewissen Feuerwerkskörpern die Eigenschaft, verantwortungsvoll zu handeln, empfindlich geschmälert. Ausserdem wird die Rolle des Staates durch diese Initiative nochmals gestärkt und wirkt eher kontraproduktiv für eine Verschlankung des Staates. Auch werden Feuerwerksfabriken, wie beispielsweise die Weco in Safenwil AG, geschwächt, denn die Aufträge werden einbrechen und folglich fallen auch Stellen weg. Und dies ist für den Werkplatz Schweiz nicht gerade wünschenswert.

Drei ungelöste Probleme
Der Initiativtext besagt, dass giftiger Feinstaub entsteht. Dies ist Fakt. Jedoch muss das Feinstaubproblem in Relation gesehen werden. Nebst natürlicher Feinstaubentstehung (Pollen, Vulkanausbrüche, Erosion von Gestein,…) gilt es insbesondere, die durch den Menschen verursachte Entstehung als Vergleich heranzuziehen. Gemäss der Zeitschrift „Umwelt Aargau“ lag im Kanton Aargau im Jahr 2005 der grösste Anteil an Feinstaubemissionen bei der Industrie und dem Gewerbe (38 %). Anschliessend folgt der Verkehr mit 32 % und an dritter Stelle die Forst- und Landwirtschaft (24 %), also kein Feuerwerk. Die Initiative widerspricht demnach jeder Verhältnismässigkeit und löst das ernstzunehmende Feinstaubproblem nicht einmal im Ansatz.
Das zweite Problem ist die Lärmbelastung, sie schade laut Initiative den Tieren. Dies ist sicher so. Jedoch sieht es auch hier wieder gleich ganz anders aus, wenn man Vergleiche heranzieht. Strassen- und Eisenbahnlärm sind viel grössere Lärmquellen, weil diese langanhaltend sind. Feuerwerk hingegen stellt eine kurze Belastung dar. Aus diesem Grund löst auch hier die Vorlage das Problem nicht.
Schliesslich das dritte Problem: Littering. Auch wenn die Initiative zustande käme, würde es das Problem des Liegenlassens von Feuerwerks-Abfall (beispielsweise abgebrannte Vulkane) nicht lösen. Die Mitglieder der JCVP AG wissen, wie es an beliebten Plätzen jeweils nach dem Nationalfeiertag aussieht: Überall Abfall, so weit das Auge reicht.

Abschliessend kann gesagt werden, dass diese Initiative zwar eine löbliche Absicht verfolgt, jedoch völlig über das Ziel hinausschiesst. Sie löst nämlich dringende Umweltprobleme nicht einmal im Ansatz. Das Augenmerk müsste auf andere Quellen des Übels gelegt werden, schlicht und einfach ist das Verursacherprinzip anzuwenden. (Quelle: Umwelt Aargau Nr. 32, Mai 2006.)