14.01.2020 / Artikel / /

Landammannfeier: Rede Markus Dieth

Zuerst das Wichtigste: Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien alles Gute im neuen Jahr und vor allem beste Gesundheit.

Ich darf dieses Jahr Ihr Landammann sein. Ich freue mich, dem Kanton Aargau in diesem Jahr das erste Mal als Landammann, als einer unter Gleichen, dienen zu dürfen. Ich freue mich auf die Herausforderungen, die auf mich zukommen, auf die Begegnungen, die es geben wird und ich freue mich auf mein „neues“ Regierungs-Kollegium.

Meine Damen und Herren: Zusammen sind wir stark und zusammen gestalten wir eine starke Zukunft. Der Aargau ist ein Kanton voller Innovationskraft und Dynamik. Damit wir unsere Chancen nutzen können, braucht es einen verantwortungsvollen und effizienten Umgang mit unseren finanziellen Mitteln und Ressourcen. Das ist eine Grundvoraussetzung für eine positive Zukunft. Wir dürfen gezielt in die Zukunft unseres Kantons und seiner Menschen investieren. Gerade auch in finanziell herausfordernden Zeiten dürfen dringliche Investitionen nicht auf die lange Bank geschoben werden. Der Aargau muss den Mut aufbringen, langfristige Reformen anzugehen und Handlungsfreiheit zu erlangen. Damit uns das gelingt, setze ich auf Zusammenarbeit, den intensiven Austausch mit allen politischen Kräften, der Wirtschaft, den Gemeinden sowie das Engagement der Aargauer Bevölkerung. Zusammen bringen wir unseren Kanton vorwärts. Ich setze mich für tragfähige Lösungen für uns alle ein: Zäme für euse Aargau! – Zäme stark!

Den Grundstein dafür hat der Regierungsrat in dieser Legislatur gelegt: Die Rechnung 2016 schloss noch mit einem Rekorddefizit von 220 Millionen Franken und jährlich drohten wiederkehrende Defizite in gleicher Höhe. Mit einem nachhaltigen und langfristigen Sanierungskonzept (Start Mai 2017) hat der Regierungsrat das Ruder rechtzeitig herumgerissen. Statt jährlich jeden einzelnen Stein zweimal umzudrehen, hat die Regierung nachhaltige Reformen eingeleitet, die zu substanziellen Einsparungen und Effizienzsteigerungen führen sollen. Den Staatshaushalt bringen wir nicht mit kurzfristigen, kleinen Sparübungen ins Lot, sondern indem wir die Strukturen modernisieren, die Standortqualität unseres Kantons stärken, die Verwaltung und den Haushalt entlasten und zu einer Effizienzsteigerung beitragen. Ein erster wichtiger Schritt zu mehr Handlungsspielraum ist getan und zum ersten Mal konnten die Kantonsschulden unter eine Milliarde gesenkt werden. In den Jahren 2017 und 2018 konnten wir insgesamt 400 Mio. an Schulden abbauen und zudem die Ausgleichsreserve mit 250 Mio. füllen: „Spare in der Zeit, so hast du in der Not.“ Der Grosse Rat hat dieses Konzept zuletzt mit dem Beschluss zur Jahresrechnung 2018 gestützt. Er trägt diese Strategie auch mit der klaren Zustimmung zum Budget 2020 und die Planjahre mit. Das sind gute Voraussetzungen.

Meine Damen und Herren, was ist überhaupt ein Landammann? Wiki führt dazu aus: „In einigen Schweizer Kantonen wird der Vorsitzende der Kantonsregierung Landammann genannt, nämlich in Uri, Schwyz, Nid- und Obwalden, Zug, Glarus, Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, Solothurn und Aargau. Landammann ist überdies die Amtsbezeichnung des Gemeindepräsidenten von Davos.“ Irgendwie hat mich da der „Landamme“ schon in Davos begleitet…

Spass beiseite: Ich freue mich auf die kommenden Aufgaben als Landammann.

Meine Damen und Herren, schon einmal durfte ich den Kanton Aargau in besonderer Art und Weise vertreten. Damals als Grossratspräsident 2015 habe ich in meiner Ansprache zu meinem Präsidialjahr auf Vertrauen gesetzt, Zusammenarbeit und konsequente Zielverfolgung. Ich glaube, das kann der Aargau. Er ist beständig, zwar nicht so schnell, dafür wie ein schwerer grosser Tanker stabil, sicher, auch in unwegsamen Gewässern. Vielleicht nicht so wendig wie ein Sportboot wie Obwalden. Er braucht Geduld, kein Übereifer, er braucht Verständnis für langfristige Finanzplanungen. Dafür bietet er Verlässlichkeit, Kalkulierbarkeit, man weiss, was man hat und dass man sicher ans Ziel kommt. Das ist eine grosse Stärke in der heute immer sehr schnell wechselnden Zeit. Wir sind der viertgrösste Kanton, eine starke Wirtschaftsregion und gleichzeitig ein bedeutender Technologie-Standort mit hervorragender Verkehrsanbindung sowie exzellenten Partnern in verschiedenen Wirtschaftszweigen. Wir setzen auf unsere Unternehmen, unsere KMU, unsere Forschungs- und Kompetenzzentren. Unsere Wirtschaft braucht zudem Perspektiven: Mut zur Innovation, aus der defensiven Haltung raus, ohne jedoch überheblich zu werden, Arbeitgeber mit einem modernen und kundenorientierten Dienstleistungsbewusstsein. Das gilt auch für den Kanton und die Gemeinden. Unser Kanton besteht aus unseren Gemeinden, unser Kanton sind die Gemeinden. Zäme stark!

Der Aargau hat viel Potenzial. Meine Damen und Herren: Wir dürfen selbstbewusst sein, aber nicht überheblich, wir dürfen stolz sein, aber nicht eingebildet, wir dürfen Eigenverantwortung einfordern, aber nicht Verantwortung abschieben, wir dürfen konsequent sein, aber nicht stur.

Ich habe die Regierungsratstätigkeit und Landammanntätigkeit in den vergangenen drei Jahren genauso im positiven Sinne erlebt. Danke an Dr. Urs Hofmann, Alex Hürzeler und Stephan Attiger, meine drei Vorgänger-Landammänner.

Für mich persönlich ist ganz wichtig: Konsequent in der Sache, mit Anstand und Respekt. Der Aargau, unsere Schweiz hat diese Kultur. Dem müssen wir Sorge tragen im Umgang miteinander, aber auch im Umgang mit unseren Kundinnen und Kunden, unseren Einwohnerinnen und Einwohnern.

Ich danke heute schon Ihnen allen für die gute Zusammenarbeit, allen voran dem Gesamt-Regierungsrat mit der Staatsschreiberin Vincenza Trivigno, meinem Team im DFR mit meiner Generalsekretärin Patricia Kettner, die einen engagierten und professionellen Job macht, ich danke dem Parlament, das mich hoffentlich als neuen Landammann auch gut aufnimmt, ich freue mich auf die Zusammenarbeit, danke stellvertretend Grossratspräsidentin Saner im Voraus, danke Edith. Auch bei der CVP-Fraktion mit ihrem Präsidenten Alfons Paul Kaufmann und der CVP Aargau mit ihrer Präsidentin Marianne Binder-Keller möchte ich mich bedanken.

Dank geht auch ganz herzlich an die Gemeinde Wettingen, die dieses schöne Fest zusammen mit dem Kanton Aargau möglich gemacht hat. Danke Roli Kuster, mein Gemeindeammann und Sandra Thut, die Organisationschefin. Danke an die Ortsbürgergemeinde Wettingen, deren Ehrenortsbürger ich sein darf und Danke an all die Sponsoren, Danke auch an Simon Dankwah und das ganze LägereBräu-Team für euer feines Bier. Nehmen Sie die Menükarte mit nach Hause, dann vergessen Sie das wundervolle Menü von Walter und Andrea Erni, Gasthof Sternen, ältester Gasthof der Schweiz, nie und nehmen Sie auch das kulinarische Säckli mit, wenn Sie nach Hause gehen: Leicht abgeändert, „nicht Wasser und Brot müends eim gäh„, sondern heute heisst es „Brot, Salz und Wein„; danke an die Weinstern Wettingen AG, mit deren Präsidenten Roli Michel, Bäckerei Frei mit Dominik Frei und an die Schweizer Salinen AG mit deren Verwaltungsratspräsidenten Köbi Frei und Direktor Dr. Urs Hofmeier.

Sie kennen den Brauch: „Brot, Salz und auch Wein steht in vielen Kulturkreisen für Wohlstand, Sesshaftigkeit, Fruchtbarkeit und Gemeinschaft. Dinge, die man jemandem, den man gerne hat und der in ein neues Zuhause einzieht, von Herzen wünscht.“ Genau das wünsche ich Ihnen auch, wenn Sie heute Abend nach dem Nachhauseweg wieder gesund zu Hause einziehen.

Ich danke ganz besonders meiner Familie mit meiner Frau Désirée, meinen Töchtern Ariane und Viviane sowie meiner lieben Schwiegermutter, olà Lita für die immer so grosse Unterstützung, das grosse Verständnis für meine Abwesenheiten, für das späte Nachhausekommen, Dampf ablassen, Freude teilen, und auch mal für das um oder sogar nach 22.00 Uhr, wenn die Küche bereits geschlossen ist, ohne zu fragen, einfach aus Liebe noch e so e feini früschi Omelette.

Geniessen Sie den Abend – feiern wir zusammen unseren schönen, vielfältigen und starken Kanton Aargau.

Danke und uf es guets 2020!