02.08.2019 / Vernehmlassungen / Bau und Verkehr /

Vernehmlassung und Anhörung/Mitwirkung zur Anpassung des Richtplans: Festsetzung des Golfplatzes „Gnadenthal“ in Niederwil

Besten Dank für die Möglichkeit zur ob genannten Richtplananpassung Stellung zu nehmen. Die CVP Aargau ist nicht grundsätzlich gegen Golfplätze. Es stellt sich lediglich die Frage der Anzahl und der Auslastung der zahlreichen bestehenden Golfplätze und ob es angesichts der wachsenden Bevölkerung und des sinkenden Selbstversorgungsgrades der Schweiz richtig ist, zusätzliche Flächen der landwirtschaftlichen Produktion zu entziehen und Lebensmittel von irgendwoher zu importieren. Die CVP Aargau ist der Meinung, dass dies nicht mehr zeitgemäss ist und stellt den

Antrag
Auf die Festsetzung eines Golfplatzes im Raum „Gnadenthal“, Niederwil, sei zu verzichten. Der Richtplan soll nicht angepasst  werden. Diese wertvollen Flächen sollen der landwirtschaftlichen Produktion erhalten bleiben.

Begründungen

Erhaltung der landwirtschaftlichen Produktion
Die betroffenen Flächen im Gebiet „Gnadenthal“ in der Gemeinde Niederwil gehören zu den Besten des Kantons, ja sogar der Schweiz. In Sachen Bodengefüge, Tiefgründigkeit, Wasserspeichervermögen und Topografie suchen sie seinesgleichen.
Befürworter der vorgesehenen Richtplanänderung argumentieren, dass von den 34 Hektaren im Perimeter „lediglich“ 5 % der Fruchtfolgeflächen FFF endgültig verloren gehen. Das mag wohl stimmen, aber der restliche Anteil von 95 %, oder 32.3 Hektaren, werden der landwirtschaftlichen Produktion trotzdem entzogen. Jedes Produkt, das nicht auf diesen Parzellen angebaut wird, importiert die Schweiz mit den bekannten Nachteilen wie etwa Transport-Immissionen, Wasserverschwendung und schlechteren Anbaustandards, was in fast jedem Fall weniger nachhaltig ist.

Vorhandene Infrastruktur
Nicht nur die Bodenqualität, auch die vorhandene Infrastruktur im Gebiet „Gnadenthal“ ist auf einem sehr hohen Niveau. Die ebenen Felder, die eine einfache Bearbeitung zulassen sind auf beiden Stirnseiten je mit einer Strasse erschlossen. Auf einem technisch sehr hohen Niveau ist die vorhandene Bewässerungsmöglichkeit aus der nahen Reuss. Eine feste Pumpstation und mit dem Natel steuerbare Pumpen sind Garant für eine effiziente Bewässerung und damit verbunden für sichere Erträge und eine hohe Qualität, auch in schwierigen Jahren.

Einheimische Lebensmittel sind nachhaltiger
Entzieht man die Flächen in Niederwil der Produktion, fallen sinngemäss weniger einheimische Produkte an und es müssen mehr Nahrungsmittel importiert werden. Diese Importe sind praktisch in jedem Fall weniger nachhaltig als vor Ort regional produzierte Lebensmittel. So hat die Schweiz die höchsten Tierschutzvorschriften der Welt, kleine Strukturen mit Familienbetrieben und deshalb keine Monokulturen, Höchsttierbestände, weniger Pflanzenschutzmitteleinsätze, keine Gentechnik, genügend Wasser und hohe soziale Standards.

Politische Aspekte
Der Volksbeschluss vom 24. September 2017 zum Bundesbeschluss über die Ernährungssicherheit ist mit einem „Ja-Anteil“ von über 75% sehr deutlich zu Gunsten einer einheimischen Produktion ausgefallen. Flächen wie jene im Gebiet „Gnadenthal“ sind die Grundlage dafür, dass der Volksentscheid überhaupt umgesetzt werden kann.

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