13.11.2018 / Vorstösse / Bau und Verkehr /

Öffentlicher Verkehr ohne Verbrennungsmotoren

Motion Andreas Meier, CVP, Klingnau, vom 13. November 2018 betreffend öffentlicher Verkehr ohne Verbrennungsmotoren

Text:
Der Regierungsrat wird beauftragt, als Besteller von Dienstleistungen im Öffentlichen Verkehr (ÖV) dafür zu sorgen und die rechtlichen Grundlagen nötigenfalls derart anzupassen, dass die von ihm beauftragten Dienstleister (Verkehrsbetriebe) ab 2023 nur noch Hybridfahrzeuge und ab 2028 nur noch Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotoren anschaffen.

Begründung:
Die Umstellung auf Elektrobusse kommt weltweit in Schwung. Auch der Kanton Aargau kann davon profitieren. Ein ABB-Projekt für elektrische Busse wurde dieses Jahr vom Bundesamt für Energie ausgezeichnet und die Firma plant eine Produktionsanlage für Batterien im Aargau. Im Aargau wird das innovative, ökologische Verkehrsmittel aber vorläufig noch nicht eingesetzt. Dabei stünde eine Führerschaft in dieser Technologie dem Image des Kantons Aargau sehr gut an.
Der übliche Antrieb ist bei Neubeschaffungen nach wie vor ein Dieselmotor. Wenn gleich der Schadtoffausstoss der Motoren neuester Generation sehr erfreulich tiefe Werte erreicht, wird mit dieser Technologie das Ziel der Energiestrategie nicht erreicht. Störend sind Dieselmotoren wegen ihrem Lärm, gerade beim Anfahren an Haltestellen. Die tiefe Frequenz mit hohem Schalldruck wird weit getragen und hat negative Auswirkung auf die Wohnqualität entlang den Busstrecken.
Die Beschaffungsstrategie von Neufahrzeugen wirkt sich bis weit in die Zukunft aus. Üblicherweise stehen die Fahrzeuge für 14 Jahre im Einsatz. Ein Fahrzeug das heute bestellt und im nächsten Jahr ausgeliefert würde, bliebe bis 2033 im Einsatz – bis in eine Zeit also, in welcher der Dieselantrieb im ÖV von der Bevölkerung wohl nicht mehr akzeptiert wird.
Der Besteller des Fahrdienstes im ÖV ist der Kanton. Eine richtungsweisende Verordnung oder ein Vertrag hilft den Bussunternehmen in den strategischen Entscheidungen zur Fahrzeugbeschaffung.
Verkehrsexperten sehen eine dreistufige Entwicklung zur Substituierung der Dieselantreibe im ÖV. Anfänglich mit Hybridtechnologie, später über streckenbezogene, kontinuierliche Ladestationen, bis schliesslich hin zum „Overnigthcharging-Bus“ und zur Brennstoffzellentechnologie werden in entwickelten Ländern reine Dieselantriebe im ÖV bald zur technologischen Vergangenheit. Die chinesi-sche Stadt Shenzhen hat unlängst 16’359 neue Elektrobusse in Betrieb genommen. Im Vergleich, die Schweiz hat Total ca. 5’000 Busse im ÖV.
Die Forderung, bis spätestens ab 2023 nur noch Hybridfahrzeuge und ab 2028 nur noch Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotoren zuzulassen, ist realistisch und entspricht aktueller Expertenmeinung.
Die Streckenpreise der neuen Technologie erhöhen sich leicht. Die Kostenberechnung einer durch-schnittlichen Buslinie ergibt heute Fr. 7.75 pro Buskilometer und würde sich um ca. 10 Prozent, auf ca. Fr. 8.50 erhöhen. In den periodisch durchgeführten Tarifanpassungen muss dieser Qualitätsverbesserung Rechnung getragen werden.
Würde den Busbetreibern im ÖV die Treibstoffzölle (ca. 60 Rappen pro Liter) nicht zurückerstattet, wäre eine Umstellung des Fahrantriebes gar kostenneutral.

Kontakt