18.09.2018 / Vernehmlassungen / Landwirtschaft /

Richtplananpassung bezüglich Verminderung Fruchtfolgefläche in Birmenstorf um 13,33 Hektaren für Gemüsebaubetriebe

Antrag:
Die vorgeschlagenen Richtplananpassungen seien zu genehmigen.

Begründungen:
Der Gemüseanbau hat im Aargau eine bedeutende Rolle sowohl wirtschaftlich wie auch ernährungstechnisch. Wenn der Selbstversorgungsgrad mit den hier vorgeschlagenen Erweiterungen ausgebaut werden kann, dann ist das in vielerlei Hinsicht positiv. Transporte können reduziert werden und weniger nachhaltige Anbaupraktiken im Ausland werden verringert. Zu den heutigen modernen Anbaumethoden des Gemüsebaus gehören auch der von der Witterung geschützte Anbau, der viele Vorteile geniesst. So können mit dem Einsatz von Nützlingen oder den vorherrschenden idealen klimatischen Bedingungen Pflanzenschutzmittel (PSM) reduziert werden. Nährstoffe und Wasser werden der Pflanze sehr zielgerichtet, bedarfsgerecht und praktisch ohne Verluste zugeführt (Tröpfchenbewässerung) und rezykliert (geschlossener Kreislauf). Dadurch findet die Pflanze optimale Wachstumsbedingungen vor und bleibt robust und gesund. Das Regenwasser wird in Becken gesammelt und damit die Kulturen effizient bewässert. Die Ressourceneffizienz ist um einiges höher als beim herkömmlichen Anbau. So kann beispielsweise auf der gleichen Fläche bis zu fünfmal mehr Salat angebaut werden als im Freiland. Der geschützte Anbau trägt auch massgeblich zur Versorgungssicherheit bei, da Krankheits- und wetterbedingte Ertragsausfälle deutlich reduziert werden können.

Fruchtfolgeflächenqualität (FFF) praktisch gegeben
Durch die neuen Speziallandwirtschaftszonen werden keine Fruchtfolgeflächen zerstört. Der gewachsene natürliche Boden bleibt weitgehend intakt. Nach einem allfälligen Rückbau der Folientunnel oder Gewächshäuser können die Speziallandwirtschaftszonen wieder normal bearbeitet werden. In der Regel werden deshalb beim Betrieb von Gewächshäusern die FFF-Qualitätskriterien 1-3 (Klimazone, Hangneigung, Gründigkeit) und die Zusatzkriterien 4-5 (Effektive Lagerungsdichte, Schadstoffe gemäss VBBo) gemäss der Vollzugshilfe zum Sachplan FFF erfüllt. Das Zusatzkriterium 6 (mind. 1 ha Grösse) ist teilweise nur deshalb nicht erfüllt, weil die Fläche aus Gründen einer marktorientierten Produktion nicht grösser sein sollte, durch Dachstützen „unterbrochen“ ist oder durch befestigte Wege ergänzt werden muss. Dies disqualifiziert die bewirtschaftete Fläche jedoch nicht in ihrer Bedeutung als ackerfähiges Kulturland.

Es ist deshalb fraglich, weshalb im Richtplan eine Reduktion der Fruchtfolge nötig ist. Fakt ist, dass in gedecktem Anbau ressourcenschonender, effizienter und sehr nachhaltig regionale Nahrungsmittel produziert werden können. Dies relativiert den Verlust der FFF zusätzlich, da es hierbei ja insbesondere um die Produktion von Nahrungsmitteln geht.

Landschaftliche Einpassung
Der einzige negative Punkt beim geschützten Anbau ist der Eingriff in die Landschaft, der aber nicht zu verhindern ist. Deshalb ist es richtig, dass die Eingriffe konzentriert an den bestehenden Standorten erfolgen. Die Gemeinde Birmenstorf wird im positiven Sinne als „Gemüsebaudorf“ wahrgenommen. Die angestammten Betriebe mit ihren charakteristischen Bauten und Anlagen haben ihren Platz im Landschaftsbild. Zudem steht eine Kulturlandschaft in stetem Wandel mit der gesellschaftlichen, technischen und ökonomischen Entwicklung.

BLN 1305 Reusslandschaft
Es ist unbestritten, dass bei einzelnen Erweiterungen die Reusslandschaft als BLN-Gebiet betroffen ist. Vor diesem Hintergrund muss man aber wissen, dass dieses Gebiet 6‘314 ha gross ist, viele Dörfer beinhaltet, damit verbunden auch viele Industriegebiete und weitere Bauten und Anlagen. Die Reusslandschaft lebt. Wir reden hier von einem Betrieb, der bereits vollkommen im BLN-Gebiet ist und sich nur darin entwickeln kann und einem Betrieb, der am Rande des BLN-Gebiets ist. Total betrifft es Flächen von 2 ha (Rey) und 1.44 ha (Wildi), Total 3.44 ha Fläche, die im BLN-Gebiet ist und neu ein witterungsgeschützter Anbau möglich ist. Es betrifft also gut 0.05 % der gesamten BLN-Fläche, die ja nicht frei von Bauten ist sondern im Gegenteil eben davon auch lebt.

Schlussfolgerungen
Die CVP Aargau empfiehlt den Änderungen des Richtplans zuzustimmen. Durch die neuen Speziallandwirtschaftszonen werden grundsätzlich keine Fruchtfolgeflächen zerstört. Der gewachsene natürliche Boden bleibt weitgehend intakt. Die Erweiterungen der Gemüsebetriebe mit Folientunnel oder Gewächshäusern in der neuen Speziallandwirtschaftszone schränkt weder die Aussicht noch das Ortsbild ein, da der geschützte Anbau an die bereits bestehenden Bauten anknüpft. Die neuen Speziallandwirtschaftszonen wurden so angelegt, damit das BLN-Objekt Reusslandschaft möglichst wenig tangiert wird. Die betroffenen Betriebe können sich dadurch entwickeln und in einem harten Umfeld unternehmerisch behaupten.

Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

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