06.03.2018 / Medienmitteilungen / Bildung /

Bedürfnisse von Gewerbe und Schule in Einklang bringen

Grossrat und BKS-Kommissionsmitglied Alfons Paul Kaufmann hat im Grossen Rat eine Motion eingereicht, welche verlangt, dass die Checks der Primar- und Sekundarstufe überarbeitet, zeitlich angepasst, respektive teilweise gestrichen werden. Dies vor allem auch aus der Sicht von Gewerbe und Industrie. Das Schulgesetz ist so anzupassen, dass der Check S3 an der Oberstufe ersatzlos gestrichen wird, da er für eine berufliche Orientierung keinerlei Relevanz mehr hat und auch vom Gewerbe nicht gewünscht ist. Der Check S2 soll terminlich und inhaltlich angepasst und gestärkt werden, so dass dessen Resultate aussagekräftiger ausfallen. Der Check P6 soll um ein Jahr in die 5. Klasse verschoben und so zum Check P5 werden.

Mit dem beabsichtigten Ziel, die Leistung der Schülerinnen und Schüler flächendeckend messen und vergleichen zu können, führen die vier Kantone Basel-Stadt, Aargau, Solothurn und Basel-Landschaft gemeinsam standardisierte Tests, die sogenannten Checks, durch.

Check S3 fragwürdig
Der Nutzen ist beim Check 3 nicht gegeben. Der Check S3 findet im Frühling der 3. Oberstufe statt, die Resultate sind erst 2-3 Wochen vor Schulaustritt bekannt. Mit den Ergebnissen des Checks kann nicht mehr gearbeitet werden. Schülerinnen und Schüler haben zu diesem Zeitpunkt in der Regel ihren Lehrvertrag unterschrieben. Viele füllen den Check S3 daher nicht mehr seriös aus, weil er zurzeit keinerlei Konsequenzen hat und die Schülerinnen und Schüler auch nicht mehr von den Resultaten profitieren können. Die Leistungschecks verschlingen enorme personelle und zeitliche Ressourcen sowie finanzielle Mittel: Die Durchführung des Check S3 kostet unseren Kanton rund 370’000 Franken pro Jahr. Das Kosten-/Nutzenverhältnis muss dabei klar in Frage gestellt werden.

Auf Bedürfnisse von Lehrbetrieben eingehen
Auf der Sekundarstufe I soll daher nur noch ein standardisierter Leistungscheck durchgeführt werden, der Check S2 im zweiten Oberstufenjahr.  Dieser muss mit den Wirtschafts- und Berufsverbänden abgesprochen werden. Damit werden die Bedürfnisse derjenigen Lehrbetriebe erfüllt, welche die Leistungschecks als Beurteilungskriterium für eine Aufnahme von Lehrlingen eingeführt haben. Die entsprechenden Basic- und Multichecks der einzelnen Berufsverbände können wieder auf rein berufsspezifische Eignungstests reduziert werden.

Damit kein Leistungsabfall bei Schülerinnen und Schüler stattfindet, welche schon eine Ausbildungszusage haben, kann als Alternative eine „Leistungsvereinbarung“ zwischen zukünftigem Lernenden, Lehrbetrieb und Schule verfasst werden. So wäre sichergestellt, dass auch im 9. Schuljahr noch ein entsprechender Leistungsdruck aufrechterhalten werden kann.

Kosten sparen und gleichzeitig Lehrpersonen entlasten
Die durch den Verzicht auf Check S3 gesparten Kosten können zu einem Teil für die Anpassung des zu überarbeitenden Check S2 verwendet, der Rest kann eingespart werden. Diese finanziellen Einsparungen im BKS machen Sinn und haben keinerlei negative Auswirkungen auf Schüler/innen und Lehrkräfte. Mit dem Verzicht soll auch dem Bedürfnis der Lehrpersonen nach Entlastung nachgekommen werden. Zudem soll im Hinblick auf den Oberstufenübertritt besser individualisiert werden können und dafür der Check P6 in der Primarschule in die 5. Klasse vorverschoben werden.

Durch erwähnte Änderungen werden die Checks P3, P5 und S2 gestärkt und es findet eine Harmonisierung mit dem Kanton Basel Stadt und wohl zukünftig mit Baselland statt.

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