02.02.2018 / Medienmitteilungen / Bildung /

Keine weiteren Kürzungen bei den Pflichtlektionen

Link zur Vernhemlassungsantwort

Wir sind im Kanton Aargau mit dem neuen Lehrplan 21 auf dem richtigen Weg. Im Vergleich zu den anderen Kantonen liegen wir aber bei den Pflichtlektionen sowohl in der Primarstufe wie auch in der Oberstufe (Sekundarstufe I) jeweils unter dem schweizerischen Mittel. Die CVP Aargau stellt sich deshalb gegen weitere Kürzungen in diesem Bereich, weil dies ein „Bildungsmanko“ gegenüber den andern Kantonen wäre. Die CVP des Kantons Aargau setzt sich auch in Zukunft für eine gute, zeitgerechte und starke Bildungspolitik ein. Bildung ist unser höchstes Gut.

Zum Neuen Aargauer Lehrplan und zum Verpflichtungskredit für die Umsetzung der nationalen Sprachenstrategie nimmt die CVP Aargau in einzelnen Punkten wie folgt Stellung:

Lehrplan 21
Die CVP des Kantons Aargau begrüsst die Einführung des neuen Lehrplan 21 und damit eine Harmonisierung der Deutschschweizer Lehrpläne für die Volksschule. Es ist richtig, dass im Kindergarten Entwicklungsschwerpunkte anstelle von Fächern aufgeführt sind. Damit ist gewährleistet, dass sich der Unterricht an der Entwicklung der Kinder orientiert.

Stundentafel Primarstufe
Die CVP lehnt den Abbau von ungebundenen Lektionen zugunsten der Pflichtlektionen und somit eine Verschlechterung der Unterrichtbedingungen für Schülerinnen und Schülern klar ab. Ebenfalls sollen die Arbeitsbedingungen für Lehrpersonen keine weiteren Verschlechterungen erfahren. Mehrere Schulen, rund 80% gemäss Umfrage, würden ungebundene Lektionen verlieren.

Vorverlegung des Französischunterrichtes in die 5. Klasse
Dies ist pädagogisch sinnvoll und der Verpflichtungskredit von 3.03 Millionen wird unterstützt. Im Falle einer Ablehnung des Verpflichtungskredites für die genannte Vorverlegung, sollen die Ressourcen  weiterhin in der 6. Klasse bestehen bleiben. Mittel- und langfristig muss daraufhin gearbeitet werden, dass im Bildungsraum Nordwestschweiz eine einheitliche Sprachenpolitik verfolgt wird. Dies auch im Hinblick auf gemeinsam zu erarbeitende Lehrmittel.

Stundentafel Oberstufe
Wir unterstützen die Umsetzung der Fremdsprachen als Pflichtfach in der ersten Realklasse und in der 2. und 3. Klassen der Sekundarschule. Ebenso die Erhöhung des Pflichtpensums an der Realschule und die Einführung des Fachs „Berufliche Orientierung in der 2. Oberstufenklasse. Die CVP begrüsst das Obligatorium der Fremdsprachen in der 1. Realklasse und in der 2. und 3. Klasse der Sekundarschule. In der 2. Klasse der Realschule sollen Französisch und Englisch als Wahlpflichtfach angeboten werden.

Negative Veränderungen an der Oberstufe  und Vorschläge
Zu erwähnen sind der Abbau beim Wahlfachangebot (Streichung Geometrisch-Technisches Zeichen an der 1. und 2. Klasse; Wahlfach Werken und Textiles in der 7. und 8. Klasse), sowie eine faktische Abschaffung der Halbklassen an der Realschule in den Fremdsprachen und weiteren Fächern. In der 9. Klasse fehlt eine ausgewiesene Lektion Medien und Informatik. Dadurch entsteht ein Jahr Unterbruch in diesem wichtigen Fach vor dem Übertritt in die Sekundarschule II oder in die Lehre, was wiederum ein Leistungsabbau ist. Somit fordert die CVP je eine Lektion Medien und Informatik von der 4. – 9. Klasse (das Gymnasium hat dieses wichtige und bedeutende Fach als Pflichtfach eingeführt).

Im Fach „Räume, Zeiten, Gesellschaft“ sind die heutigen Fächer Geschichte und Geographie zusammen gefasst. Im Vergleich zur jetzigen Situation wird mit dem Lehrplan 21 die Stundendotation für das Sammelfach „Räume, Zeiten, Gesellschaft“ in der Bezirks- und Sekundarschule abgewertet. In den drei Jahren Bezirksschule sollen neu nur noch 9 statt wie heute 10 Wochenstunden, in der Sekundarschule sogar nur noch 9 statt wie bisher 13 Wochenstunden eingesetzt werden. Es ist uns als politische Partei wichtig, dass insbesondere im Hinblick darauf, dass politische Bildung in diesem Sammelfach verortet ist, die „Staatskunde“ gestärkt werden soll. Der geplante Abbau entspricht nicht dem Anliegen der Staatskunde-Initiative. Zudem vertreten wir die Meinung, dass jede Schule selber entscheiden kann, ob sie die Fächer „Natur und Technik“ und „Räume, Zeiten, Gesellschaften“ als Einzel- oder Sammelfach anbieten soll.

Für Realschüler ist es in vielen Berufen wichtig, dass handwerklich-technische Erfahrungen gemacht werden können. Mit einer Wahlpflicht-Lösung könnten die freiwerdenden Lektionen/Ressourcen der 8. Klasse in die Wahlfächer (zBsp. Geometrisch-Technisches Zeichnen) und in das lokale Freifach transferiert werden. Es ist uns wichtig, dass die 2. und 3. RealschülerInnen mindestens eine Fremdsprache besuchen.

Kostenneutralität
Die postulierte Kostenneutralität des Regierungsrates lehnt die CVP entschieden ab. Der Lehrplan 21 bringt neue und wichtige Veränderungen im Angebotsbereich mit und verlangt in verschiedenen Kompetenzbereichen und Fächern neue Bedingungen. Damit die Qualität nicht verloren geht, benötigt es Vorbereitungen und Weiterbildungen. Dazu müssen die notwendigen zeitlichen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Die Kostenneutralität hätte ein Abbau der ungebundenen Lektionen, resp. Halbklassenunterricht zur Folge. Dieser Abbau wird von der CVP nicht unterstützt.

Die Aufstockung im Pflichtbereich bedeutet einen Abbau im Wahlfachangebot, der hauptsächlich auf der Oberstufe Qualitätsverlust bedeutet. Eine gezielte individuelle Förderung der SuS wird dadurch eingeschränkt.

Deutschschweizer Basisschrift
Es wird eine einheitliche Lösung angestrebt für eine weitere Harmonisierung, was die CVP begrüsst.

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