05.09.2016 / Vernehmlassungen / Bau und Verkehr /

Aufnahme der Deponie des Typs A „Buchselhalde“ in Döttingen und Tegerfelden als Festsetzung

Die CVP Aargau bedankt sich für die Möglichkeit zur Stellungnahme. Zuständig für die Vernehmlassung ist Grossrat Markus Dieth, Wettingen.

Antrag:
Die CVP Aargau unterstützt die vorgesehenen Anträge an den Grossen Rat. Sie ist mit der beantragten Richtplanfestsetzung für das Gebiet Buchselhalde in Tegerfelden/Döttingen einverstanden.

Begründung:
Die CVP unterstützt die Anpassung aus folgenden Überlegungen:

  • Die Prognose an Ablagerungsvolumen für unverschmutzten Aushub in der Entsorgungsregion Unteres Aaretal zeigt spätestens ab dem Jahr 2020/24 ein Defizit an verfügbarem Volumen und somit dringender Handlungsbedarf.
  • Der Standort Buchselhalde in Tegerfelden liegt zentral im geografischen Zentrum des Zurzibiets und könnte für die nächsten zehn Jahre mit kurzen Transportdistanzen weiterhin einen wichtigen Beitrag für die Entsorgungssicherheit des regionalen Eigenbedarfs an Ablagerungsvolumen leisten.
  • Die heutige verkehrstechnische Erschliessung über den Knoten Pfisteri an die Surbtalstrasse K284 bleibt für die Auffüllung Buchselhalde-Bächlimatte unverändert bestehen, ebenso die Installationen und Eingangskontrollen.
  • Die neue Gestaltung wird optimal in die Landschaft integriert.Im Gebiet Buchselhalde in Tegerfelden wird seit den 60er-Jahren Kies abgebaut und anschliessend wieder aufgefüllt. Diese Aktivitäten werden gemäss den aktuellen Bewilligungen 2017 enden und die Flächen bis spätestens Ende 2020 wieder rekultiviert sein. Neben dem Standort in Tegerfelden steht auch die Auffüllung in Leibstadt vor der Fertigstellung. Damit verliert die Region gleich zwei von vier Standorten für die Ablagerung von unverschmutztem Aushubmaterial. Die angrenzenden Regionen Baden, Brugg und Fricktal sind aktuell auch in der Planung für neue Ablagerungsstandorte und haben keine Kapazitäten für überregionale Aushubimporte. Neue Standorte sind im Zurzibiet keine in Planung und ohne zusätzliche Massnahmen droht ab 2025 ein Notstand.

    Gemäss Aussage des AfU liegt die durchschnittlich abgelagerte Menge an Aushubmaterial im Zurzibiet (ohne Steinbruch Mellikon) in den letzten Jahren bei ca. 240’000 m3 pro Jahr. Mit über 230 ha verfügbarem und baureifem Bauland ist das Potential für eine weitergehende Entwicklung der erhöhten Bautätigkeit dieser Region auch für die Zukunft gegeben und entspricht ganz der 2011 von allen Gemeinden im Zurzibiet beschlossenen Vision Zurzibiet.

    Mit dem Projekt Auffüllung Buchselhalde-Bächlimatte besteht die Möglichkeit, einen bestehenden Standort mit ca. 930’000 m3 zusätzlichem Auffüllvolumen zu optimieren. Ein nahtloser Übergang in die Erweiterung ab 2017 ermöglicht einen hohen Optimierungsgrad nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, sondern vor allem auch in Bezug auf die Umweltauswirkungen.

    Die Anzahl der Lastwagenfahrten pro Tag werden gegenüber dem heute bewilligten Betrieb nicht zunehmen. Bereits heute bringen lokale Unternehmen zu marktkonformen Bedingungen Aushubmaterial in die Buchselhalde. Mit der geplanten Erweiterung steht dieses öffentliche Deponievolumen generell allen regionalen Unternehmungen zur Verfügung.

    Die Grundsätze der Geländegestaltung wurden in der Begleitgruppe bestehend aus Vertretern der beiden Gemeinden, Umweltschutzorganisationen und Bauherrn/Planern erarbeitet und zu einem Kompromiss zusammengeführt. Die neue Gestaltung wird optimal in die Landschaft integriert. Der Anteil der ökologischen Ausgleichsflächen beträgt ca. 26 % und entspricht im Verhältnis in etwa dem bewilligten Zustand. Der regionale Wildtierkorridor ist in der Gestaltung berücksichtigt. Ebenfalls sind die Bedürfnisse der Naherholung wie auch der Natur gleichermassen eingeflossen. Mit einer Breite von 30 bis 65 m entlang der Surb werten die ökologischen Ausgleichsflächen die eingebettete Wegverbindung Tegerfelden-Döttingen auf. Dabei wird der Abstand zur intensiven landwirtschaftlichen Nutzung gegenüber dem Gewässer entscheidend vergrössert und dadurch der Nährstoffeintrag wesentlich verringert. Davon profitiert insbesondere auch die Landwirtschaft, welche mit der Neugestaltung, neben dem grösseren Abstand, eine leicht grössere Ebene und zusammenhängende Fläche, auf höherem Niveau mit besserer Besonnung zur Bewirtschaftung erhält.

    Die vorgesehenen Massnahmen wurden als umweltverträglich bewertet.